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Geschichte der Feuerwehr Helfenberg

Die AnfÀnge der Feuerwehr Helfenberg

Als eine der ersten Orte in ganz Oberösterrich wurde bereits im Jahr 1831 eine fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse hochmoderne Handdruckspritze durch die Herrschaft Helfenberg angeschafft. Dieses GerĂ€t stellte einen wichtigen Schritt im organisierten Brandschutz der Region dar. Heute kann diese historische Spritze im Feuerwehrmuseum St. Florian besichtigt werden.

Auch die BrĂŒder Simonetta aus Mailand, GrĂŒnder der Helfenberger Fabrik, erkannten frĂŒh die Bedeutung des Brandschutzes. 1844 grĂŒndeten sie eine eigene Betriebsfeuerwehr.

Damit gab es in Helfenberg bereits lange vor der GrĂŒndung der freiwilligen Feuerwehr zwei wichtige StĂŒtzpunkte des Brandschutzes:

  • die Schloss- bzw. Herrschaftsfeuerwehr Helfenberg und Piberstein
  • die Betriebsfeuerwehr der Fabrik Simonetta

Die Handdruckspritze der Herrschaft Helfenberg

Die Handdruckspritze der Herrschaft Helfenberg und Piberstein war mit einem Einkolben-Pumpwerk ausgestattet und wurde von 12 Personen bedient. Durch ein ausziehbares PumpgestÀnge konnte der Kraftaufwand reduziert werden.

Technische Daten der historischen Spritze:

  • Förderleistung: etwa 50 Liter pro Minute
  • Wurfweite: etwa 15 Meter
  • Gewicht: rund 800 kg
  • Transport: Pferdegespann
  • Ausstattung: Windkessel, bewegliches Strahlrohr und Schlauchhaspel

Das Wasser wurde mittels Eimerkette aus Leder- oder Leineneimern zur Spritze gebracht und in den Wasserkasten gefĂŒllt. Von dort wurde es angesaugt, durch Muskelkraft unter Druck gesetzt und ĂŒber das Strahlrohr abgegeben.

BrandeinsÀtze im 19. Jahrhundert

Die Schlossfeuerwehr kam bei zahlreichen BrÀnden in der Region zum Einsatz. Zeitungsberichte aus dem 19. Jahrhundert dokumentieren diese Ereignisse:

  • 1871 – Brand in der KastenmĂŒhle
    Am Fronleichnamstag wurde durch einen Pistolenschuss das Strohdach der MĂŒhle entzĂŒndet. Die Spritzen aus Haslach und Helfenberg standen im Einsatz.
  • 1874 – Brand in der HollerbergmĂŒhle
    Hier kam es zu Diskussionen ĂŒber fehlende Pferde fĂŒr den Transport der Spritze. Schließlich wurde klargestellt, dass mehrere Pferde im Ort verfĂŒgbar gewesen waren.
  • 1887 – Großbrand bei der Familie Saßmann (heute Holzmann)
    Das Anwesen wurde vollstÀndig zerstört; Brandstiftung wurde vermutet.
  • 1889 – Scheunenbrand in Helfenberg
    Gemeinsam mit Feuerwehren aus Haslach, Rohrbach, Aigen und dem Stift SchlĂ€gl kĂ€mpfte die Helfenberger Spritzenmannschaft gegen einen Großbrand, bei dem sieben Scheunen zerstört wurden.

GrĂŒndung der Freiwilligen Feuerwehr Helfenberg

Der entscheidende Schritt zur modernen Feuerwehr erfolgte im Jahr 1892.
Auslöser war unter anderem der Großbrand in Bad Leonfelden am 10. April 1892, bei dem 98 HĂ€user und 35 Scheunen vollstĂ€ndig zerstört wurden.

Am 1. Mai 1892 regte Hans Freiherr von RĂŒhling, ein Verwandter der grĂ€flich See‘auschen Familie und Bewohner des Schlosses Helfenberg, die GrĂŒndung einer Freiwilligen Feuerwehr an.

Die erste Hauptversammlung fand am 14. August 1892 statt.
Über diese Versammlung und viele weitere Details unserer Feuerwehr kann heute auf der Topothek Helfenberg nachgelesen werden.

Damit begann die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Helfenberg, die sich aus den frĂŒheren Brandschutzstrukturen von Helfenberg entwickelte und bis heute ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde ist.

Der erste Kommandant (damals „Hauptmann“) war Franz Hauer, Gastwirt und BĂŒrgermeister von Helfenberg.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Nach dem Ersten Weltkrieg begann die technische Weiterentwicklung der Feuerwehr. Ein wichtiger Meilenstein war der Ankauf der ersten Tragkraftspritze der Firma Rosenbauer am 25. Dezember 1929 um 5.260 Schilling. Die Unterbringung der Feuerwehr erfolgte zunĂ€chst in der Fabrik Gollner, bevor 1932 ein eigenes Depot zum 40-jĂ€hrigen GrĂŒndungsfest eingeweiht wurde.

WÀhrend des Zweiten Weltkriegs wurde die Feuerwehr Altenschlag als Löschzug eingegliedert. Kommandant in dieser Zeit war Josef Ruml.

1949 wurde das erste Feuerwehrfahrzeug in Helfenberg in Dienst gestellt. Dies war ein umgebauter ungarischer Kabelwagen. Bis 15. Oktober 1953 erfolgte die Alarmierung noch mittels Hornsignal. Danach wurde eine Sirene installiert.

Erstes Löschfahrzeug

Im Mai 1965 konnte eine bedeutende Errungenschaft fĂŒr die Freiwillige Feuerwehr Helfenberg gefeiert werden: Das lang ersehnte Löschfahrzeug wurde feierlich geweiht und in Dienst gestellt.

Die Anschaffung wurde notwendig, da das bisher verwendete Fahrzeug beziehungsweise die vorhandenen Transportmöglichkeiten den Anforderungen des Feuerwehrdienstes zunehmend nicht mehr entsprachen und immer wieder technische Probleme auftraten. Mit dem neuen Löschfahrzeug konnte die Einsatzbereitschaft deutlich verbessert werden, da Mannschaft und GerÀte nun rasch und zuverlÀssig zum Einsatzort gebracht werden konnten.

GrĂŒndung der Jugendgruppe

Als eine der ersten Feuerwehren in Oberösterreich grĂŒndete die Freiwillige Feuerwehr Helfenberg im Jahr 1965 eine Jugendgruppe. Initiator war der damalige Kommandant Franz Matschi, dem eine gute Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses ein besonderes Anliegen war. Das Ziel der Feuerwehrjugend war und ist es, dass junge Menschen frĂŒhzeitig fĂŒr den Feuerwehrdienst begeistert und ausgebildet werden.

Neues Feuerwehrhaus ab 1986

Am 23. Mai 1985 erfolgte schließlich der Spatenstich fĂŒr ein neues Feuerwehrhaus zwischen dem "Schuastahölzl" und dem "alten Kindergarten".  Bis auf wenige Wochen wĂ€hrend der Rohbauphase, in denen ein Polier der Firma Simader vor Ort war, entstand das GebĂ€ude in Eigenregie. Unter der Leitung von Kommandant Karl Haas und seines Bruders Franz leisteten Feuerwehrmitglieder und zahlreiche Helferinnen und Helfer insgesamt rund 6300 freiwillige Arbeitsstunden. Am 7. September 1986 wurde das neue Feuerwehrhaus von Pfarrer Wilhelm Wolkerstorfer gesegnet und von BĂŒrgermeister Wilhelm Hofbauer seiner Bestimmung ĂŒbergeben.

Weitere Modernisierungen

In den folgenden Jahrzehnten wurde die AusrĂŒstung laufend modernisiert:

  • 1991: Ankauf des ersten Tanklöschfahrzeuges mit BergegerĂ€t
  • 1998: neues Kleinlöschfahrzeug
  • 2005: neues Kommandofahrzeug
  • 2011: Ankauf eines Weber-BergegerĂ€tes in Eigenregie
  • 2012: Erweiterung der Heizung im Feuerwehrhaus

Neues Feuerwehrhaus 2017

30 Jahre spĂ€ter wurde aus unterschiedlichen GrĂŒnden erneut ein Neubau des Feuerwehrhauses notwendig. Nach ausfĂŒhrlichen Diskussionen entschied man sich, das neue Feuerwehrhaus unmittelbar neben dem bestehenden GebĂ€ude zu errichten. Am 29. Mai 2015 erfolgte der Spatenstich durch Kommandant Helmut Walchshofer und BĂŒrgermeister Stefan Hölzl. Die Mitglieder der Feuerwehr leisteten ĂŒber 8500 freiwillige Stunden, ehe das moderne und zeitgemĂ€ĂŸe Feuerwehrhaus im Jahr 2017 fertiggestellt wurde.

Neues RĂŒstlöschfahrzeug 2019

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Modernisierung der Einsatzmittel erfolgte 2019, als das bisherige Tanklöschfahrzeug TLF 2000 durch ein modernes RĂŒstlöschfahrzeug RLF 2000 der Firma Rosenbauer ersetzt wurde.

Mit diesem Fahrzeug konnte die Feuerwehr Helfenberg ihre Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitern. Das neue RLF 2000 vereint die Aufgaben eines Löschfahrzeuges mit jenen eines technischen Einsatzfahrzeuges und ist damit besonders vielseitig einsetzbar. Es verfĂŒgt ĂŒber eine leistungsstarke Einbaupumpe, eine Seilwinde fĂŒr technische EinsĂ€tze sowie ĂŒber eine umfangreiche feuerwehrtechnische und technische AusrĂŒstung fĂŒr BrandbekĂ€mpfung, Menschenrettung und Hilfeleistungen nach VerkehrsunfĂ€llen oder UnwetterschĂ€den.

Neues MTF 2024

Im Jahr 2024 wurde das bisherige Kommandofahrzeug (KDO) – ein Mercedes Sprinter, Baujahr 1999 – durch ein modernes Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) der Marke MAN ersetzt. Nach vielen Jahren im Einsatz entsprach das alte Fahrzeug technisch und organisatorisch nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Das neue Fahrzeug dient nicht nur dem Transport der Einsatzmannschaft und der Feuerwehrjugend, sondern ĂŒbernimmt auch die Funktion eines Einsatzleitfahrzeuges. Zu diesem Zweck wurde das MTF entsprechend ausgestattet. Im Fahrzeug befindet sich ein Arbeitsplatz mit Schreibtisch, außerdem stehen Steckdosen, Tablet und Laptop zur VerfĂŒgung, um die Einsatzleitung vor Ort zu unterstĂŒtzen und eine zeitgemĂ€ĂŸe Kommunikation und Dokumentation zu ermöglichen.

Erweiterung Feuerwehrhaus 2025

Zehn Jahre nach dem Spatenstich wurde das neue Feuerwehrhaus erneut erweitert. Durch den neuen Zubau konnten unter anderem eine eigene Damenumkleide sowie zusĂ€tzliche Spinde fĂŒr die MĂ€dchen der Feuerwehrjugend geschaffen werden. Damit entspricht das GebĂ€ude nun noch besser den aktuellen BedĂŒrfnissen und erforderlichen Rahmenbedingungen einer Feuerwehr